Menu Content/Inhalt
Hepatitis PDF Drucken E-Mail
(Erkrankungen, die Entzündungen oder Zellschädigung der Leber hervorrufen)
 
Das Gesundheitsamt der Stadt Graz  hat vor kurzem eine
massive Steigerung der Neuinfektionen
mit Hepatitis A in Graz gemeldet!

Wir fordern euch auf: BLEIBT SAFE und GEBT ACHT!!!
 
Gegenwärtig werden sechs Hepatitisformen unterschieden: Hepatitis A, B, C, D, E, G.
Die Erreger gehören verschiedenen Virenfamilien an und ihre Übertragungswege sind unterschiedlich.
 
 
 
Hepatitis A (HAV)

Übertragung
Häufig durch kontaminiertes Wasser oder verunreinigte Lebensmittel, selten durch Blut, Speichel, Sperma oder Urin. Die Viren kommen allerdings im Kot infizierter Personen vor, und somit kann man sich leicht beim Rimming (Arschlecken) infizieren. Die Ansteckung mit HAV erfolgt häufig auf Fernreisen, falls schlechte hygienische Verhältnisse vorhanden sind. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 12 und 50 Tagen.

Symptome
Anfangs Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Muskel- und Gelenksbeschwerden. Im weiteren Verlauf kommt es zu Dunkelfärbung des Urins, Färbung des Stuhls, Gelbfärbung der Augen und der Haut. Allerdings können diese Symptome auch komplett fehlen.

Behandlung
Während der akuten Phase keinen Alkohol trinken und sich körperlich schonen. Die Erkrankung verläuft meist mild und heilt aus. Nach der Ausheilung besteht lebenslange Immunität.

Es besteht auch die Möglichkeit, sich gegen Hepatitis A impfen zu lassen: drei Teilimpfungen - erste Teilimpfung, zweite nach vier Wochen und die dritte nach 6-12 Monaten. Die Schutzdauer beträgt 10 Jahre.
Mit Hilfe der Verabreichung von Immunglobulin innerhalb von 10 Tagen nach dem Viruskontakt kann der Ausbruch von Hepatitis A verhindert bzw. abgeschwächt werden (Postexpositionsprophylaxe).
 
 
 
 
Hepatitis B (HBV)

Übertragung
Die gefährlichste und häufigste Hepatitisform. Das Infektionsrisiko ist 100 mal höher als bei HIV. Die Übertragung erfolgt durch Sexualkontakte, da die Viren in Blut, Sperma, Speichel und Scheidensekret vorhanden sind. Durch die hohe Virenlast im Blut kann auch durch Intim - und Haushaltskontakte wie gemeinsames Benutzen von Zahnbürste und Rasierapparat und sogar durch Küssen eine Ansteckung erfolgen. Besonders gefährlich sind auch kontaminierte Spritzen. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 30 und 180 Tagen.

Symptome
Ähnlich wie bei Hepatitis A, wobei die Gelbfärbung von Augen und Haut nicht immer auftritt. Der Verlauf der Infektion ist bis zu zehn Prozent chronisch und kann in Leberzirrhose und Leberzellkarzinom übergehen.

Behandlung
Erfolgt mit Interferon-Alpha (40- 50 Prozent der Erkrankten werden geheilt), wobei auch neue erfolgversprechende Methoden mit antiviralen Mitteln getestet werden.

Es besteht die Möglichkeit, sich impfen zu lassen. Die Impfung erfolgt wie bei Hepatitis A in drei Schritten - erste Impfung, nach einem Monat und nach 6 Monaten (eine Kombinationsimpfung HCA und HCB ist möglich) die restlichen beiden Impfungen. Die Postexpositionsprophylaxe besteht aus einer aktiven Hepatitis-B-Impfung und spezifischen Hepatitis-B-Immunglobulinen spätestens 14 Tage nach dem Viruskontakt.
 
 
 
 
Hepatitis C (HCV)

Übertragung
Überwiegend durch Blutkontakt und kontaminierte Spritzen. Bei Sexualkontakt ist das Risiko zwar geringer, aber bei Sexualpraktiken wie Analverkehr (durch das Enstehen kleiner Verletzungen) oder beim Verwenden von Sextoys, die blutende Wunden verursachen können, ist eine Übertragung durch den Kontakt mit fremden Blut möglich. Auch beim Piercing und beim Tätowieren kann das Virus übertragen werden, wenn die verwendeten Instrumente nicht ausreichend desinfiziert sind. Safer Sex, Kontrolle der Blutprodukte und Einwegspritzen schützen vor einer Infektion. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 4 und 12 Wochen.

Symptome
Oft treten keine oder unspezifische Symptome auf. Bis zu fünfzig Prozent der Infizierten entwickeln chronische Formen. Nur dreißig Prozent der Infektionen können geheilt werden. Langfristig entwickeln ca. zwanzig Prozent der Erkrankten Lebercirrhose und Leberzellkarzinom.

Behandlung
Es gibt verschiedene Virustypen, die verschieden reagieren. Eine Kombinationstherapie von Ribavirin und Interferon bzw. anderen virushemmenden Medikamenten hat die Heilungschancen auf bis zu fünfzig Prozent erhöht. Es gibt keine Impfung.
 
 
 
 
Hepatitis D (HDV)

Übertragung
Durch Blut oder Blutprodukte, selten durch Intim- oder Schleimhautkontakt. Die Inkubationszeit beträgt zwischen 3 und 7 Wochen.

Symptome
Anfangs Müdigkeit und Übelkeit, später Gelbfärbung der Augen und der Haut. In Kombination mit einer bereits bestehenden Hepatitis-Infektion kann es zu einem schweren Veraluf und zu einer hohen Todesrate kommen.

Behandlung
Interferon Alpha, wobei die Heilungschancen gering sind. Eine Hepatitis B- Impfung verhindert auch eine Infektion mit Hepatitis D.
 
 
 
 
Hepatitis E (HEV)

Übertragung
Häufig durch kontaminiertes Wasser oder Lebensmittel, selten von Mensch zu Mensch. HEV tritt vorwiegend in tropischen und subtropischen Ländern auf.

Symptome
Wie bei Hepatitis A - anfangs Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Durchfall, Muskel- und Gelenksbeschwerden. Im weiteren Verlauf Dunkelfärbung des Urins, Färbung des Stuhls, Gelbfärbung der Augen und der Haut.

Behandlung
Die Krankheit heilt nach ca. sechs Wochen aus. Es gibt keine Impfung, aber man kann sich durch sorgfältige Hygiene (Abkochen von Trinkwasser, Früchte vor dem Essen schälen) schützen.

 
 
 
Hepatitis G (HGV) bzw. GBV-C

Übertragung
Durch Blut, Blutprodukte und auch sexuellen Kontakt.

Symptome
Es sind keine Symptome bekannt. Das Virus wurde 1995 entdeckt und als Hepatitis-G bezeichnet. Durch neueste Forschungen wurde festgestellt, dass es sich um kein Hepatitis-Virus handelt, sondern um ein "uraltes" Virus (GBV-C) aus der Frühzeit der Menschheit, das im Laufe der Evolution seine infektiöse Kraft verloren hat. Forscher der Universität Iowa untersuchen dieses Virus im Rahmen ihrer HIV-Forschungen, da es denselben Rezeptor der T-Zellen zum Andocken an menschliche Zellen verwendet wie das HI-Virus. Durch die Infektion mit GBV-C wird anscheinend verhindert, dass das HI-Virus die T-Zellen befällt und somit wird auch die (weitere) Ausbreitung von HIV im Körper verhindert.