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Eine Umfrage zum Stellenwert von AIDS im Bewusstsein bei jungen Grazern 

HIV und Aids sind wieder aktuelle Themen, speziell in der Steiermark – leider. Die Neuinfektionen der letzten Monate und Jahre zeigen, dass die Zahlen stetig steigen. Nur woran liegt das? Kann es sein, dass sich einfach mehr Menschen auf HIV testen lassen? Liegt es daran, dass die Leute nicht genug über HIV und Verhütungsmittel wissen und erfahren? Wie schätzen Jugendliche die persönliche Infektionsgefahr ein?

Um diesen Fragen nachzugehen, hat Pride über die berühmt-berüchtigte Internetplattform „gayromeo.com“ eine Umfrage gestartet. Befragt wurden Grazer im Alter zwischen 18 und 26 Jahren. Über 100 junge Männer wurden angeschrieben und somit zusätzlich zur Umfrage gleich auf die Thematik aufmerksam gemacht. Hier eine Zusammenfassung der verschiedenen Antworten...

Die Burschen sind ALLE sehr gut informiert, was Übertragungswege des HI-Virus angeht. Sie wissen, wie man sich infizieren kann, aber auch was ungefährlich ist (Küssen, Hände schütteln, …). Diese Erkenntnis ist interessant, aber nicht unbedingt überraschend, da heutzutage an den meisten Schulen das Thema „Safer Sex“ ausführlich behandelt wird.

Die Frage ist: Warum gibt es trotzdem Neuinfektionen? Liegt es an der fehlenden Präsenz des Themas in den Medien?

Die Aufklärungsarbeit und die Medienpräsenz der Themen HIV und AIDS werden von den Jugendlichen als gegeben aber eher schlecht eingestuft. Die Kampagnen und Infos sind sehr gut, aber es gäbe zu wenig davon. Einige Burschen meinen auch, dass sich schwule Männer eigentlich besonders für diese Themen interessieren sollten – was leider nicht so zu sein scheint. Ein User, der öfters in Deutschland ist, beschreibt die dortigen Verhältnisse so: „Mir persönlich fällt hier in Österreich nur eine Plakatwerbung auf. […] In Deutschland ist die Werbung für den Gebrauch von Kondomen wesentlich sichtbarer. Große und bunte Plakate mit Gemüse und Kondomen, erlangen einfach mehr Aufmerksamkeit.“

Die Befragten schätzen das persönliche Infektionsrisiko gering bis sehr gering ein. Einige geben an, nie auf ein Kondom zu verzichten. Andere wiederum haben einen festen Partner und leben eigenen Angaben nach monogam, was an sich – vorausgesetzt beide sind HIV negativ – recht sicher sein müsste – denkt man. Ein User schreibt: „Ich persönlich fühl mich nicht bedroht von HIV. Ich habe einen festen Partner und wir sind beide monogam.“ Erfahrungen aus dem Betreuungsbereich HIV-positiver, schwuler Männer zeigen jedoch, dass einige davon dadurch infiziert wurden, dass ihr Partner, der sie über alles liebt, doch fremd gegangen und an „einen Falschen“ geraten ist.

Die letzte Frage bezog sich auf die Neuinfektionen mit HIV in der Steiermark im vergangenen Jahr. Die Antworten der jungen Männer waren sehr überraschend. Im Durchschnitt wurde die Neuinfektionsrate auf 237 Personen geschätzt. Die Steirische Aidshilfe hat in Wirklichkeit im Jahr 2008 85 Personen mit einem positiven Ergebnis auf HIV getestet (die Dunkelziffer wird aber bei weitem höher sein …). Diese Überschätzung kann man durchaus positiv werten, da das Risiko sich mit HIV zu infizieren von den Befragten doch ein klein wenig höher eingeschätzt wird, als es ist.

Ein gayromeo-User bringt es auf den Punkt: „zu viele!!!“ Menschen haben sich in der jüngsten Vergangenheit mit HIV infiziert. Woran das genau liegt, welche Dynamiken auf das „Safer Sex Verhalten“ einen Einfluss haben und was man gezielt dagegen tun kann, das weiß wohl leider niemand ganz genau.

Hast du einen Erklärungsansatz, warum sich immer mehr Männer, die Sex mit Männern haben mit dem HI-Virus infizieren? Hast du Ideen, für den Kampf gegen die Verbreitung von HIV und Aids? Dann ab die Post mit deinen Anregungen, Ideen und Meinungen an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst JavaScript aktivieren, damit du sie sehen kannst .

Text: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, du musst JavaScript aktivieren, damit du sie sehen kannst ; In: Pride Nr. 109, April 2009