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Was schützt? Si­cher nicht der Schutz­en­gel! PDF Drucken E-Mail

schutzengel kampagneKon­se­quen­ter Kon­dom­ge­brauch könn­te in Ös­ter­reich jähr­lich mehr als 350 HIV-​In­fek­tio­nen ver­hin­dern! Die Aids­hil­fe Wien hat des­halb im Be­reich der schwu­len Prä­ven­ti­on eine neue Kam­pa­gne ge­star­tet. Dabei steht die Er­in­ne­rung an das Kon­dom als Schutz vor HIV/AIDS und an­de­ren Ge­schlechts­krank­hei­ten im Vor­der­grund.

Denn Fak­tum ist, dass in Ös­ter­reich pro Jahr mehr als 350 HIV-​In­fek­tio­nen durch kon­se­quen­ten und rich­ti­gen Ein­satz von Kon­do­men ver­hin­dert wer­den könn­ten, denn 70% der HIV-​In­fek­tio­nen er­fol­gen durch se­xu­el­les Ri­si­ko­ver­hal­ten, bei schwu­len Män­nern also durch un­ge­schütz­ten Anal­ver­kehr. Für die Gay Com­mu­ni­ty würde kon­se­quen­ter, rich­ti­ger Gum­mi­ge­brauch be­deu­ten, dass ös­ter­reich­weit pro Woche ein bis zwei schwu­le Män­ner we­ni­ger einen HIV-​po­si­ti­ven Be­fund er­hal­ten wür­den. Viele Um­stän­de füh­ren aber dazu, dass auf das Kon­dom ver­zich­tet wird: Ro­man­ti­sche Ge­füh­le, Ver­liebt­heit, un­kla­re Ab­spra­che in Be­zie­hun­gen, fal­sche An­nah­me über den ei­ge­nen HIV-​Sta­tus und den des Part­ners. 

„Ir­gend­wie ist das als würde man sich auf einen per­sön­li­chen Schutz­en­gel ver­las­sen: Mir wird schon nichts pas­sie­ren. Und dabei blen­det man immer aus, dass an­de­re Men­schen die­ses Glück nicht hat­ten“, meint dazu Do­mi­nik Bozkurt, Prä­ven­tio­nist der Aids­hil­fe Wien.

Wäh­rend in Wien be­reits kon­kre­te Schrit­te ge­setzt wer­den, müs­sen die Bun­des­län­der noch war­ten. Hier pla­nen die AIDS-​Hil­fen ge­mein­sam eine Kam­pa­gne spe­zi­ell für Män­ner, die Sex mit Män­nern haben. Diese wird aber erst im Herbst star­ten, der­zeit hat die Kon­zep­ti­ons­pha­se be­gon­nen.



Krise in der Stei­er­mark
Wich­tig sind Ak­ti­vi­tä­ten be­son­ders in der Stei­er­mark. Dort hat sich 2007 mit 76 do­ku­me­nier­ten Neu­an­ste­ckun­gen die Zahl mehr als ver­dop­pelt und 2008 mit 85 noch wei­ter ge­stei­gert - und zwar prak­tisch aus­schließ­lich bei (meist jun­gen) schwu­len Män­nern. Nir­gend­wo sonst in Ös­ter­reich gab es eine sol­che Zu­nah­me – im Ge­gen­teil: bun­des­weit sta­gniert die Zahl der Neu­an­ste­ckun­gen mit dem töd­li­chen Virus. „Keine Ah­nung, woran das liegt“, so Lola Fleck von der Stei­ri­schen Aids­hil­fe: „Es hat so etwas wie eine Li­be­ra­li­sie­rung des Se­xu­al­ver­hal­tens ein­ge­setzt, der Ge­brauch von Kon­do­men ist out.“

Zu­sätz­lich kon­sta­tiert Dr. An­dre­as Kap­per vom LKH Graz West ver­mehr­te HIV-​In­fek­tio­nen bei Ju­gend­li­chen: „Wir haben hier jedes Jahr eine zehn­pro­zen­ti­ge Stei­ge­rungs­ra­te bei neuen HIV-​In­fek­tio­nen bei jun­gen Men­schen. In der Stei­er­mark be­trug sie in den bei­den letz­ten Jah­ren je 30 Pro­zent“, zeig­te der stei­ri­sche AIDS-​Ex­per­te An­fang März bei der Wis­sen­schaft­li­chen Fort­bil­dungs­wo­che der Ös­ter­rei­chi­schen Apo­the­ker­kam­mer auf.

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